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Die Regulierung eines Totalschadens kann unterschiedlich erfolgen, d.h. mit fachgerechter Reparatur, ohne Reparatur oder mit Verkauf des Unfallfahrzeuges.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten höher sind, als der Wiederbeschaffungswert. Ebenso, wenn die Reparaturkosten den sog. Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert minus Restwert) übersteigen.

Bei einem Totalschaden hat der Geschädigte normalerweise lediglich Anspruch auf den Wiederbeschaffungsaufwand.
Gerade hier kommt es in letzter Zeit oft zu erheblichen Abzügen seitens der Haftpflichtversicherer, wenn diese nämlich Restwertgebote aus einer überregionalen Restwertbörse einholen und Reparaturschäden dadurch einfach zu Totalschäden erklären und damit den Schadenersatz nicht unerheblich reduzieren. Dann ist der Geschädigte ohne fachliche Beratung meist nicht in der Lage zu prüfen, welchen Schadenbetrag er denn mit Erfolgsaussicht beanspruchen kann.

Totalschaden, aber fachgerechte Reparatur bei Reparaturkosten bis 130 % des Wiederbeschaffungswertes

Es gibt auch eine Ausnahme, nämlich das sog. Integritätsinteresse des Geschädigten, auch als "130% - Opfergrenze" bezeichnet:
Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30%, dann muss der gegnerische Haftpflichtversicherer auch im Totalschadensfall die Kosten einer fachgerecht ausgeführten Reparatur tragen, wenn das Fahrzeug danach noch mindestens 6 Monate weiter genutzt wird. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.
Das OLG Celle hat jetzt sogar entschieden, dass der Geschädigte bei einer Reparatur im Rahmen der 130%-Grenze nach Nachweis einer fachgerechten Reparatur und der Bezahlung der konkret angefallenen Reparaturkosten diese Sechsmonatsfrist nicht abwarten muss. (Oberlandesgericht Celle, Beschluss vom 22.01.2008, Az. 5 W 102/07)

Totalschaden bei Reparaturkosten bis 130% des Wiederbeschaffungswerts und Teilreparatur, das Fahrzeug wird weiter gefahren

Benutzt der Geschädigte im Totalschadensfall (hier: Reparaturkosten bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswerts) sein unfallbeschädigtes Fahrzeug nach einer (Teil-)Reparatur weiter, ist bei der Abrechnung nach den fiktiven Wiederbeschaffungskosten in der Regel der in einem Sachverständigengutachten für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen (BGH, Urteil vom 10. Juli 2007. Az. VI ZR 217/06)

Totalschaden und Verkauf des Unfallfahrzeugs

Soll jedoch das verunfallte Fahrzeug verkauft werden soll, dann darf dies zu dem Restwert erfolgen, den der Sachverständiger in seinem Gutachten ermittelt hat.
Dies jedenfalls solange, wie der gegnerische Haftpflichtversicherer noch kein höheres Kaufangebot übermittelt hat und die Annahme zumutbar ist.
Zur Sicherheit empfiehlt sich im Verkaufsfalle ein korrekt datierter schriftlicher Kaufvertrag über das Unfallfahrzeug.

Fragen zur Regulierung eines Totalschadens beantwortet Ihnen Rechtsanwalt Romanus Schlemm gern.

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